(1) Prüfen Sie die Isolation des Transformators und seiner Stromkreise auf Schwächen oder Mängel. Beim Auseinanderziehen des Transformators im Leerlauf können Betriebsüberspannungen entstehen. Ist der Sternpunkt des Stromnetzes nicht geerdet oder über die Lichtbogenlöschspule geerdet, kann die Überspannungsamplitude das 4- bis 4,5-Fache der Phasenspannung erreichen; bei direkter Erdung des Sternpunkts kann die Überspannungsamplitude das 3-Fache der Phasenspannung erreichen. Um zu prüfen, ob die Isolationsfestigkeit des Transformators der Vollspannung oder Betriebsüberspannung standhält, ist vor der Inbetriebnahme ein Leerlauf-Vollspannungsimpulstest durchzuführen. Weist der Transformator oder seine Stromkreise Isolationsschwächen auf, besteht die Gefahr eines Betriebsüberspannungsdurchschlags.
(2) Prüfen Sie, ob der Differenzialschutz des Transformators ordnungsgemäß funktioniert. Beim Einschalten des Transformators im Leerlauf entsteht ein Einschaltstrom, der das 6- bis 8-Fache des Nennstroms erreichen kann. Dieser Magnetisierungseinschaltstrom klingt schnell ab und sinkt in der Regel innerhalb von 0,5 bis 1 Sekunde auf das 0,25- bis 0,5-Fache des Nennstroms. Die vollständige Dämpfung dauert jedoch einige Sekunden bei kleinen und mittelgroßen Transformatoren und 10 bis 20 Sekunden bei großen Transformatoren. Daher wird der Differenzialschutz in der Anfangsphase des Magnetisierungseinschaltstroms häufig fälschlicherweise aktiviert, wodurch der Transformator nicht in Betrieb genommen werden kann. Überprüfen Sie daher beim Einschalten im Leerlauf unter Einwirkung des Erregereinschaltstroms die Verdrahtung, die Eigenschaften und die Einstellungen des Differenzialschutzes, um festzustellen, ob dieser funktionsfähig ist.
(3) Überprüfen Sie die mechanische Festigkeit des Transformators. Da der Einschaltstrom eine große elektrische Leistung erzeugt, ist zur Beurteilung der mechanischen Festigkeit des Transformators ein Leerlauf-Schlagversuch erforderlich.
Gemäß den Vorschriften sind bei der Inbetriebnahme neuer Produkte fünf Stoßprüfungen unter Vollspannung und Leerlauf durchzuführen; nach einer Überholung sind drei Stoßprüfungen erforderlich. Zwischen den einzelnen Stoßprüfungen muss ein Abstand von mindestens fünf Minuten eingehalten werden. Vor Inbetriebnahme ist eine Person zur Überwachung des Transformators vor Ort zu entsenden, um etwaige Störungen festzustellen. Bei Feststellung einer Störung ist der Betrieb unverzüglich einzustellen.
Nach dem ersten Impuls sollte der Betrieb mindestens 10 Minuten andauern, bevor zwischen den folgenden Impulsen eine Wartezeit von mindestens 5 Minuten eingehalten werden kann. Die Festlegung auf 5 Impulse ist in den Vorschriften festgelegt; die konkrete Anzahl ergibt sich aus einer umfassenden Betrachtung der mechanischen Festigkeit, der Überspannung und des Einschaltstroms.